1. Mose 37

Aus BibelWiki
Zur Navigation springenZur Suche springen

Bibeltext

Josef und seine Brüder

1Jakob wurde im Land Kanaan sesshaft, in dem auch schon sein Vater Isaak gelebt hatte, 2und so geht seine Geschichte weiter:

Jakobs Sohn Josef war inzwischen 17 Jahre alt. Seine Aufgabe war es, die Schaf- und Zeigenherden seines Vaters zu hüten, zusammen mit seinen Halbbrüdern, den Söhnen Bilhas und Silpas. Hinter ihrem Rücken verleumdete er sie bei seinem Vater und verriet ihm alles, was sie trieben.

3Jakob liebte Josef mehr als die anderen Söhne, weil er ihn noch im hohen Alter bekommen hatte. Darum liess er für ihn ein besonders vornehmes und prächtiges Gewand anfertigen. 4Natürlich merkten Josefs Brüder, dass ihr Vater ihn bevorzugte. Sie hassten ihn deshalb und redeten kein freundliches Wort mehr mit ihm.

5Eines Nachts hatte Josef einen Traum, den er gleich am nächsten Morgen seinen Brüdern erzählte. Das machte sie nur noch zorniger. 6"Hört mal, was ich geträumt habe!", rief er. 7"Wir waren auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Da richtete meine sich auf und blieb aufrecht stehen. Eure dagegen bildeten einen Kreis darum und verbeugten sich tief vor meiner Garbe." 8"Was, du willst also König werden und dich als Herrscher über uns aufspielen?", schrien seine Brüder. Sie hassten ihn nun noch mehr, weil er ihnen von diesem Traum berichtet hatte.

9Bald darauf hatte Josef wieder einen Traum, und auch diesen erzählte er seinen Brüdern. "Ich sah, wie die Sonne, der Mond und elf Sterne sich tief vor mir verbeugten", beschrieb er. 10Diesmal erzählte er den Traum auch seinem Vater. "Was soll das?", schimpfte der. "Bildest du dir etwa ein, dass wir alle - dein Vater, deine Mutter und deine Brüder - uns dir unterwerfen?" 11Josefs Brüder waren eifersüchtig auf ihn, aber seinem Vater ging der Traum nicht mehr aus dem Kopf.

Josef soll verschwinden

12Eines Tages trieben Josefs Brüder die Viehherden ihres Vaters nach Sichem, um sie dort weiden zu lassen. 13/14Da sagte Jakob zu Josef: "Geh zu deinen Brüdern nach Sichem, und erkundige dich, wie es ihnen und dem Vieh geht! Dann komm wieder, und berichte mir!" "Gut", sagte Josef. Er verliess das Tal von Hebron und machte sich auf den Weg nach Sichem.

15Dort irrte er auf den Weideplätzen umher, bis er einen Mann traf. "Wen suchst du?", fragte der. 16"Meine Brüder mit ihren Herden. Hast du sie vielleicht gesehen?", entgegnete Josef. 17"Ja, sie sind von hier weitergezogen", antwortete der Mann, "ich habe gehört, wie sie sagten, sie wollten nach Dotan ziehen." Josef ging nach Dotan und fand sie dort.

18Seine Brüder erkannten ihn schon von weitem. Noch bevor er sie erreichte, beschlossen sie, ihn umzubringen. 19"Da kommt ja der Träumer!", spotteten sie untereinander. 20"Los, wir erschlagen ihn und werfen ihn in einen tiefen Brunnen! Unserem Vater erzählen wir, ein wildes Tier hätte ihn gefressen. Dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird!"

21Nur Ruben wollte ihn retten. "Wir dürfen ihn nicht töten!", rief er. 22"Vergiesst kein Blut! Werft ihn doch lebend in den Brunnen hier in der Steppe!" Ruben wollte ihn später heimlich wieder herausziehen und zu seinem Vater zurückbringen.

23Kaum hatte Josef sie erreicht, da entrissen sie ihm sein vornehmes Gewand 24und warfen ihn in den leeren Brunnenschacht. 25Dann setzten sie sich, um zu essen. Auf einmal bemerkten sie eine Karawane mit ismaelitischen Händlern. Ihre Kamele waren beladen mit wertvollen Gewürzen und Harzsorten. Sie kamen von Gilead und waren unterwegs nach Ägypten. 26Da sagte Juda: "Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder töten und den Mord auch noch verheimlichen? Nichts! 27Los, wir verkaufen ihn an die Ismaeliter! Schliesslich ist er immer noch unser Bruder!"

Die anderen stimmten zu, 28und so holten sie Josef aus dem Brunnen und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die ismaelitischen Händler, die ihn mit nach Ägypten nahmen.

29Ruben aber war nicht dabei gewesen. Als er nun zum Brunnen zurückkam und bemerkte, dass Josef verschwunden war, erschrak er und zerriss entsetzt seine Kleider. 30"Der Junge ist weg!", schrie er auf. "Wie kann ich jetzt noch meinem Vater in die Augen schauen?" 31Sie schlachteten einen Ziegenbock, wälzten Josefs Gewand in dem Blut 32und gingen damit zu ihrem Vater. "Das haben wir unterwegs gefunden", sagten sie, "kannst du es erkennen? Ist es Josefs Gewand oder nicht?"

33Jakob erkannte es sofort. "Das Gewand meines Sohnes!", rief er. "Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Josef ist tot!" 34Er zerriss seine Kleider, wickelte als Zeichen der Trauer ein grobes Tuch um seine Hüften und weinte viele Tage um Josef. 35Alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten, aber keinem gelang es. "Bis zu meinem Tod werde ich um ihn trauern!", weinte er.

36Die Händler verkauften Josef in Ägypten an Potifar, einen Hofbeamten des Pharaos, den Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache.

Persönliche Gedanken

Unter Diskussion kannst du deine persönlichen Gedanken zum Bibeltext rein schreiben oder die Gedanken der anderen Autoren lesen.

Siehe auch